Premiere: EVER SEEN GREEN - Storytelling Theater

Wir hatten letzten Monat Premiere mit unserem neuen Storytelling Theater-Stück und zwar am Samstag, 24 Juni 2017 beim Lietzen Umwelt & Theater Festival.

Die Geschichte

Eine Erdgaspipeline soll quer durch Brandenburg gebaut werden. Eine junge Frau aus den Vereinigten Staaten will die Lokalbevölkerung davor warnen, durch Fracking gewonnenes Gas in ihr Land reinzulassen. Sie besetzt den Garten des Pipeline-Managers und lernt seine Ehefrau kennen.

Zwei sehr unterschiedliche Frauen und Weltbilder treffen auf einander. In der Liebe zur Musik versuchen sie sich zu begegnen, sind aber beide dem von außen herbeigeführten Klimawandel letztendlich schutzlos ausgeliefert. Ein Dialog ihrer Geschichten erzählt nicht nur vom Leben und der Sehnsucht zweier Frauen, sondern vom Schicksal der Menschen vermeidbar und unvermeidbar - an sich.

Dauer: 1 Stunde
Genre: Storytelling-Theater mit Live Musik
Regie: Ingrid Müller-Farny

Mitwirkende

Rachel Clarke, Erzählerin, Autorin
Ingrid Müller Farny, Schauspielerin
Georg Losch, Erzähler
Zam Johnson, Live-Musik

Erstmalig: Poesie Nacht bei der Storytelling Arena

Am 28 Juni 2017, Werkstatt der Kulturen (Club)

Als Teil unserer Syrischen Reihe veranstalteten wir erstmalig einen Abend voller Geschichten in der Form von Gedichten.

Höhepunkte waren drei Gedichten, die zweisprachig vorgetragen wurden:

Im englischsprachigen Slam Poem „Choose Truth“ beschreibt puerto-ricanische Dichterin, Sabrina Melendez (USA), ihre Gefühle, als sie zuschaut, wie ihre Generation aktuell die letzte Chance zur Klimarettung verpasst. Das Gedicht wurde für die Storytelling-Arena ins Arabisch übersetzt.  Es war die Premiere des englischsprachigen Gedichts in Deutschland, und die Weltpremiere des Slam Poems auf Arabisch.

Im arabischsprachigen Gedicht „The Vacuum“ befreit sich junger Dichter, Ehab Sukkariya aus Damaskus im Sinne einer Katharsis von den widersprüchlichen Gefühlen, die nach dem Einleben im Exilland Deutschland bei ihm entstanden sind:  z.B. das Gefühl der Erleichterung in der Freiheit angekommen zu sein und jedoch immer noch die Sehnsucht zu haben, weiter zu „flüchten“ oder doch zu „fliegen“.

Im englischsprachigen Gedicht „Athens in Crisis – a love story“ der Storytellerin, Rachel Clarke aus Glasgow/Berlin, erleben wir wie zwei Artivisten (=‚Artist-Activists‘), die sich mitten in der Krise in Griechenland begegnen, in Protesten einer halb-verzweifelten Jugend verwickelt werden und sich - vor dem Hintergrund der Stadt Athen in Aufruhr -  verlieben.  Das Gedicht wurde für die Storytelling Arena ins Arabisch übersetzt und vom Dichter Ehab Sukkariya und Rachel Clarke vorgetragen (Weltpremiere).

Es gab auch zwei Gedichte, die uns direkt aus Syrien von Roony Nofal zugesandt wurden, einem Widerstandskämpfer, der aus Assads Armee flüchten konnte und seitdem im Untergrund lebt, um sich vor brutalen Repressalien zu schützen. Nach 6 Jahren Krieg in Syrien bleibt nichts verschont: In „…und ich liebe dich“ ist die Liebe des Dichters zu seiner Partnerin komplett mit seinen Erfahrungen vom Krieg verstrickt, und in „Der Wunsch“ zweifelt der Dichter angesichts des erlebten Leids und Vernichtung, an allem, woran er früher geglaubt hat.  Sein Freund Mohamad Wanli hat die Gedichte auf Arabisch vorgetragen – mit englischer Übersetzung.

Bei der nächsten Storytelling-Arena kehren wir zum Storytelling Programm zurück, mit einem neuen aktuellen Thema, womit wir uns in der Form von autobiografischen und epischen Geschichten auseinandersetzen und zwar im arabisch-deutschen und arabisch-englischen Erzähltandem.